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Joseph Haydn-Platz 3, 7431 Bad Tatzmannsdorf

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Die Geburtsurkunde von Bad Tatzmannsdorf

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Die Regensburger Chronik

Die Regensburger Chronik gilt als die Geburtsurkunde von Bad Tatzmannsdorf. Es handelt sich um eine in Regensburg gedruckte Festpredigt, welche der evangelische Prädikant der Herren Jörger aus Hernals bei Wien, Magister Johannes Mühlberger, als Gast der Freiherren von Königsberg am 25. Juli 1620 im „Herrenhaus zu Jormannsdorf - heute Schloss Jormannsdorf - gehalten hat. Anlass für diese Festpredigt war die Einweihung eines neuen Sauerbrunnens nahe dem Schloss. Diese als "Mühlberger- bzw. Regensburger Chronik" bekannte Predigt trägt den Titel "Scaturigo salutis" ("Quelle des Heils"):

"Scaturigo Salutis. Das ist Geistliche Betrachtung des Brunnens des Lebens Jesu Christi aus dem 13. Cap. des H. Propheten Zachariae
gerichtet auf die Aigenschafften des Saurbrunns zu Jormarsdorff und daselbst im Herrn Hauß am Tag Jacobi Anno 1620 gepredigt, an yetzo aber auff begehrn etlicher fürnehmer Personen auffs new übersehen, vermehrt und zum druckh verfertigt durch M. Ioannem Mülbergerum der dreyen Löblichen Evangelischen Landstände im Erzherzogthumb Österreich under der Enns,
und der Herrn Jörger bestellter Prediger zu Hernals"

Magister Mühlberger vergleicht in seiner Festpredigt von 1620 den Sauerbrunnen, aus dem der physische Durst immer wieder gestillt werden muss, mit dem geistigen Brunnen Jesu, der die Seele des Gläubigen bis in Ewigkeit labt. Er gibt aber auch handfeste Hinweise auf das seinerzeitige Kurgeschehen. Während wir dem damaligen Rat, den Konsum von Sauerwasser langsam von einem bis sechzehn Seidel täglich zu steigern, eher mit Skepsis begegnen, können wir dem zweiten auch heute voll und ganz zustimmen:

Zitat aus der Festpredigt des J. Mühlbergers anno 1620: „So sich des Sauerbrunns gebrauchen und ihn fruchtbarlich trincken wollen -dieselben müssen nicht viel sitzen, ligen oder faullentzen: Sondern es erfordert die notdurfft, das man sich mit reyten, fahren, gehen und anderen Leibs bewegungen übe. Welches so geschicht so gelangt der Brunn desto eher zu seiner operation und würkung."

Die ovale Kartusche über dem Schriftblock zeigt die älteste bildliche Darstellung der heilkräftigen Quelle. Sie entspringt unter einem auf Säulen ruhenden runden Dach. Mehrere Personen sind mit dem Füllen von Krügen und dem Beladen eines Fuhrwerkes beschäftigt. Zum Schutz vor der Sonne stehen die Zugtiere unter einem schattenspendenden Unterstand. Fuhrleute, welche hauptsächlich aus Pinkafeld stammten, brachten schon damals die erfrischende Ladung bis nach Wien. Eine großartige Leistung, die beweist, dass schon damals das Heilwasser aus Bad Tatzmannsdorf sehr geschätzt wurde. Von allen Seiten eilen Leute herbei, sie tragen Krüge auf dem Kopf oder an Stangen über der Schulter. Vor einfachen Holzhütten am Bach wird auch gebadet. Eine Dorfkirche mit spitzem Turm und weiter dahinter eine mächtige Burganlage begrenzen die Ansicht. Wenn der unbekannte Zeichner nicht allzu viel Phantasie walten ließ, dann könnte es sich um Jormannsdorf, Sulzriegel, die Kirche von Mariasdorf und die Burganlage von Bernstein handeln.